Zurück zur Übersicht Freitag, 22.10.2021

Mittwoch
30
JAN

18.00 Uhr

Die Rezeption der deutschen Einheit in Korea

Prof. Dr. Unsuk Han, Universität Tübingen, Tuebingen Center for Korean Studies at Korea University

Als die Deutschen im Jahr 1990 voller Begeisterung die Wiedervereinigung erlebten, betrachteten die Menschen in Südkorea sie mit einem Gemisch aus Bewunderung und Neid. Die deutsche Einheit und der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in Europa hatten in ihnen auch die Hoffnung geweckt, dass so wie Deutschland auch Korea in naher Zukunft die Wiedervereinigung erreichen könnte. Diese Sehnsucht führte dazu, dass die Südkoreaner den deutschen Wiedervereinigungsprozess bis heute mit großer Aufmerksamkeit verfolgen und kontinuierlich Untersuchungen dazu durchführen.
Die Vorstellungen von der deutschen Einheit, die sich im Verlauf der Debatte in Südkorea gebildet haben, werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dies sind vor allem die Situation in Deutschland zum Zeitpunkt der jeweiligen Kommentare, die innenpolitischen Umstände in Südkorea, die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea und die Lage in Nordostasien sowie die politisch-ideologische Einstellung der jeweiligen Experten.
Auch ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit ist das Wissen der Koreaner darüber sehr mangelhaft. Dies ist in erster Linie auf das Fehlen einer systematischen und dauerhaften Kooperation zwischen Wissenschaft und Politik zurückzuführen. Es gab auf Regierungsebene keine langfristige Roadmap zur Förderung von Forschungsprojekten zur deutschen Wiedervereinigung. Deutsch-koreanische Konsultationen und Zusammenarbeit, um deutsche Kenntnisse zu vermitteln, wurden nur sporadisch ausgeführt. Man hat sich nur für kurzfristig angewendete politische Maßnahmen, nicht aber für Grundlagenforschung interessiert, die eine langfristige historische Perspektive einnimmt.

Adresse

Institut für Sinologie

Raum 201

Akadamiestraße 4-8

69117 Heidelberg

Veranstalter

Zentrum für Ostasienwissenschaften

Homepage Veranstalter

https://www.zo.uni-heidelberg.de

Kontakt

Institut für Sinologie

Alle Termine der Veranstaltung 'Vortragsreihe Ostasien Aktuell':

Mittwoch, 16. Januar 2019, 18.15 Uhr

China: eine Wirtschaftsmacht transformiert ihr Militär

Dr. Oliver Corff, Sinologe, Berlin

Dienstag, 22. Januar 2019, 18.00 Uhr

Der Beitrag des Völkerrechts zur japanischen Kolonialherrschaft in Korea von 1910-1945

Prof. Dr. Wolfgang Seifert, Universität Heidelberg, Institut für Japanologie

Mittwoch, 30. Januar 2019, 18.00 Uhr

Die Rezeption der deutschen Einheit in Korea

Prof. Dr. Unsuk Han, Universität Tübingen, Tuebingen Center for Korean Studies at Korea University

Mittwoch, 06. November 2019, 18.00 Uhr

Hidden Dimensions of Olympic Games

Prof. Dr. Takashi Machimura, Hitotsubashi University, Tokyo (Japan), Graduate School of Social Sciences

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 18.00 Uhr

(Trans-)national Identity and Lived Experiences of Korean Chinese in China

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Mittwoch, 15. Januar 2020, 18.00 Uhr

Spin-off from Military to Civil

Dr. Hojye Kang, Freie Universität Berlin, Institut für Koreastudien

Dienstag, 21. Januar 2020, 18.00 Uhr

The Flexibilization of the Korean TV Industry and the Birth of Trans/national Star in East Asia

Dr. Hyun Gyung Kim, Freie Universität Berlin, Graduate School of East Asian Studies

Mittwoch, 20. Januar 2021, 18.15 Uhr

Die Wechselwirkung von Klientelismus und Populismus im politischen Mobilisierungsprozess

Dr. Sang-Hui Nam, Universität Bamberg, Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Dienstag, 09. Februar 2021, 13.15 Uhr

Mind the Gap!

Dr. Jaemin Shim, Hong Kong Baptist University, Department of Government and International Studies

Montag, 22. Februar 2021, 13.00 Uhr

Two Keys to Pyongyang’s Past and Future – Moral Center and Korean War

Dr. Mee-Kyung Jung (Dankook University, Seoul)

Mittwoch, 30. Juni 2021, 18.15 Uhr

Robotik und Technologie in Japans Altenpflege

Prof. Dr. Gabriele Vogt und Anne-Sophie L. König (Japan-Zentrum, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Mittwoch, 07. Juli 2021, 18.15 Uhr

North Korean female human rights abuse and women’s resistance

Dr. Hyun-Joo Lim (Faculty of Health and Social Sciences, Bournemouth University)

Montag, 08. November 2021, 13.00 Uhr

The Vulnerability of the Historical Memory on Women in Modern Korea: The Changing Narratives on Ch'oe Yŏngsuk

Dr. Hyojin Lee (Department of Asian and North African Studies, Ca’ Foscari University of Venice)

Montag, 22. November 2021, 13.00 Uhr

An Impossible Choice?: Past, Present, and Future of South Korea's Independent Nuclear Arms

Dr. In Young Min (Heidelberg Centre for Transcultural Studies, Heidelberg University)

Montag, 06. Dezember 2021, 13.00 Uhr

The Family in (New) Korean Cinema

Dr. Ji-yoon An (Nanyang Technological University, Singapore)

Montag, 17. Januar 2022, 13.00 Uhr

Developmentalism-based Solutions or Existential Voices? Divergent Discourses Facing Climate Crisis in South Korea

Prof. Hyun Mee Kim (Department of Anthropology, Yonsei University)

Montag, 31. Januar 2022, 13.00 Uhr

Transnational Biopolitics and Cold War Geopolitics: Intercountry Adoption between “Divided” Korea and “Neutral” Sweden

Youngeun Koo (Korean Studies, University of Tübingen)